Verkehrspolitische Forderungen des VCD München
Leistungsfähige Ringverbindungen für den öffentlichen Verkehr
statt weiterer Tunnel durch die Innenstadt
In München gibt es nicht zuwenige U- und S-Bahn-Linien in die Innenstadt, sondern zuviele Menschen, die gezwungenermaßen Umwege über die Innenstadt nehmen müssen, um ihr Ziel zu erreichen.
Der VCD München fordert den Ausbau von Ring- und Tangentialverbindungen, auf denen man die überlasteten Innenstadt-Strecken umfahren kann, wie das für die Autofahrer selbstverständlich ist. Dann gibt es auch automatisch wieder mehr Platz für die Leute, die tatsächlich in die City fahren möchten.
Vorschläge hierzu: Trambahn-Westtangente; Tram Schwabing-Bogenhausen; Stadtumlandbahn; provisorische Haltepunkte für Regionalzüge am Kolumbusplatz und an der Lindwurmstraße (mit denen die Akzeptanz und der Nutzen des S-Bahn-Südrings bewiesen werden könnte).
Moratorium für den zweiten S-Bahntunnel
Die vorliegenden Planungen für Streckenführung, Bahnhöfe und Betrieb des 2. Tunnels sind für die Fahrgäste eine einzige Zumutung. Unsere Kritik deckt sich weitgehend mit den Analysen der Bürgerinitiative S-Bahn-Tunnel Haidhausen und des Landtagsabgeordneten Dr. Martin Runge.
Wir fordern einen Planungsstopp und die Neubewertung der Alternativen, namentlich des S-Bahn-Südrings und des Zweisystembahn-Konzepts des VCD aus dem Jahre 2002.
Zeitdruck für den Bau einer Entlastungsstrecke gibt es nicht, denn die Kapazität der S-Bahn München ist keineswegs ausgereizt, wie immer wieder behauptet wird: Derzeit verkehren die S-Bahnen sogar in den Stoßzeiten überwiegend als Vollzüge (Bahn-Jargon für 2 gekoppelte Zugeinheiten; für die Fahrgäste eher eine Beschreibung der Platzverhältnisse). Dreiteilige Langzüge könnten also die Kapazität pro Fahrt um 50% erhöhen, ohne dass ein zusätzlicher Tunnel gebaut werden muss. Außerdem nimmt die Zahl der Fahrgäste kaum noch zu, dank des nach wie vor unzureichenden Pannenmanagements und der miserablen Informationen im Falle von Störungen.
Sofortiger Stopp der Planungen für das Millardengrab Transrapid
Die verhießene Fahrzeitverkürzung löst sich in Luft auf, wenn man erst zum Hauptbahnhof fahren, über mehrere Etagen umsteigen und sich eine neue Fahrkarte besorgen muss. Die Linien S1 und S8 bedienen heute ca. 35 Haltestellen, von denen aus man ohne weiteres Umsteigen den Flughafen erreicht. Als Referenzstrecke wird die Flughafenverbindung auch nicht mehr benötigt. Stellungnahmen zu Technik, Finanzierung, Nutzen und Wirtschaftlichkeit finden Sie auf der gemeinsamen Transrapid-Seite von VCD, Bund Naturschutz, Green City und Pro Bahn, beim Landesverband Bayern, sowie beim Aktionskreis contra Transrapid (obwohl es dem Webmaster widerstrebt Seiten zu verlinken, die für IE optimiert sein wollen).
Wir fordern die umgehende Auflösung der Bayerischen Magnetbahnvorbereitungsgesellschaft, die Monat für Monat Millionen verschlingt, die eigentlich für den Nah- und Regionalverkehr ausgewiesen wurden.
(Das Transrapid-Unglück am 22. 9. 2006 haben wir zu Kenntnis genommen, wir wundern uns auch sehr, dass laut CSU auf der Flughafenstrecke ein derartiger Unfall unmöglich sei (vielleicht aber ein andersartiger??), es ändert aber nichts an unseren zentralen Kritikpunkten: Unwirtschaftlichkeit und geringer Nutzen für die Mehrzahl der Fahrgäste und die Verkehrssituation in München)
Rückgewinnung der Gehwege für die Fußgänger
In über hundert Münchner Straßen parken Kraftfahrer ohne jegliches Unrechtsbewusstsein auf Gehwegen. Zustelldienste, Lieferanten und Handwerker missbrauchen ihre Ausnahmegenehmigungen für's Gehwegparken, indem sie vorhandene Parkplätze und Ladezonen ignorieren, sobald sie dann weiter als 15 Meter zu Fuß gehen müssten. Diese okkupierten Flächen wollen wir für Fußgänger, Rollstuhlfahrer, Kinderwagen, Kinderräder etc. zurückgewinnen.
