(3.7.2000) Vom
22. Juni bis 1. Juli bereiste Oberbürgermeister Christian Ude mit einer kleinen Wirtschaftsdelegation aus Vertretungen der beiden Münchner Wirtschaftskammern, der Münchner Messe und der Deutschen Bank sowie der Stadtverwaltung - und zeitweise mit den Gewinnern des Münchner Business-Planwettbewerbs - San Francisco, weitere Städte des Silicon-Valley und Los Angeles sowie Cincinnati, um die High-Tech-Entwicklung in den Vereinigten Staaten zu studieren, wirtschaftliche Kontakte zu pflegen und für München als High-Tech-Standort zu werben. In seinem Beitrag für die Rathaus Umschau fasst der OB die wichtigsten Eindrücke und Schlussfolgerungen zusammen:
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10.
Wie schon Hans Jochen Vogel in den 60er-Jahren, konnte die Münchner Delegation im Großraum Los Angeles erleben, dass das Modell der "Autogerechten Stadt" niemals funktionieren wird: Obwohl das Stadtgebiet durch mehrspurige Autobahnen in jeder Himmelsrichtung durchzogen ist, steckt jeder Bürger der Stadt jeden Tag (!) 2
bis 3 Stunden (!) im Stau - und hat dabei keine Alternative des öffentlichen Nahverkehrs. Ein erster U-Bahn-Abschnitt ist zwar vor wenigen Wochen in Betrieb genommen worden, findet aber wenig Publikumsandrang: Die Siedlungsstruktur hat Wohnungen ebenso wie Arbeitsplätze weiträumig verstreut, es gibt keine Konzentrationen von Wohnungen oder Arbeitsplätzen, die man mit öffentlichen Linien verknüpfen könnte. Ein ergänzendes Bussystem befindet sich im Aufbau, doch die größte Sorge meines Amtskollegen bleibt, "how to get people out of their cars".
Unsere Schwesterstadt Cincinnati, die bislang darunter leidet, dass die "Altstadt" mit ihren schönen Art-déco-Hochhäusern und der Ohio River durch eine Unzahl von Highways getrennt sind, wird im begonnenen Jahrzehnt schöner werden: Ein 2,2-Milliarden-Dollar-Projekt, das zu einem Drittel privat finanziert wird, sieht vor, auf viele Highways zu verzichten und die verbleibenden gebündelt durch einen Tunnel zu leiten, sodass an der Oberfläche viel Platz frei wird für
neue Geschäfts- und Wohnhäuser, einen Park direkt am Ufer und ein Museum über die Geschichte schwarzer Sklaverei in den USA. Dies dürfte gegenwärtig eine der bedeutsamsten Stadtreparaturen in den Vereinigten Staaten sein. Die beiden Stadien teilen sich mit dem künftigen Geschäftszentrum die neuen unterirdischen Parkplätze.
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Dieser Text stellt keine Meinungsäußerung des VCD dar, sondern ist ein Zitat aus der Münchner Rathaus-Umschau vom 3. Juli 2000. Bei der Stadt München sind ältere Ausgaben ab dem 20. Dezember 1999 als PDF-Dateien erhältlich. Die wichtigeren Meldungen archivieren auch die Haidhauser Nachrichten (wie bei der Stadt nicht ganz lückenlos, aber im HTML-Format und mit Suchfunktion).