Klima-Bündnis-Kommunen fordern mit "Erklärung von Bozen" bessere Ausschöpfung kommunaler
Handlungsspielräume
(25.5.2000) Joachim Lorenz, Münchens Gesundheits- und Umweltschutzreferent, nahm an der diesjährigen Mitgliederversammlung des Klima-Bündnis e.V. in Bozen erstmals in seiner neuen Funktion als deutsches Vorstandsmitglied teil. Damit tritt er die Nachfolge des ehemaligen Umweltdezernenten von Frankfurt, Tom Königs, an. Im Klima-Bündnis haben sich über 850 Kommunen aus 11 europäischen Ländern mit über 18 Millionen Einwohnern zusammengeschlossen. Als erste osteuropäische Kommune trat in Bozen die slowenische Gemeinde Gornij Grad bei.
Auf der Internationalen Jahreskonferenz in Bozen haben 300 VertreterInnen der Mitgliedskommunen sowie von Unterstützerorganisationen aus 8 europäischen Staaten Bilanz aus dem ersten Klima-Bündnis-Jahrzehnt gezogen und künftige gemeinsame Strategien vereinbart. Ergebnis ist die "Erklärung von Bozen", in der die Ziele des Klima-Bündnis im Licht der gewonnenen Erfahrungen neu formuliert wurden und die ein umfassendes
Handlungsprogramm enthält.
Das ursprüngliche Ziel einer Halbierung der CO2-Emissionen wird bekräftigt, da längerfristig eine noch weiter gehende Reduktion der Treibhausgas-Emissionen notwendig sein wird, um dramatische Veränderungen des Weltklimas abzuwenden. Die Städte und Gemeinden haben sich deshalb verpflichtet, ihre Spielräume zur Senkung der CO2-Emissionen auszuschöpfen. Sie wollen ihre Klimaschutzprogramme in Bezug auf Stadtplanung, Energie und Verkehr ausbauen, zusätzlich aber weitere Handlungsfelder wie Tourismus, Land- und Forstwirtschaft erschließen und dafür auch private Verbraucher, Verbände und Unternehmen gewinnen.
Auch Kommunen sind heute "global players": Ihre Partnerschaft mit den indigenen Völkern der Regenwälder im Klima-Bündnis hat auf der Konferenz neue Impulse erhalten. Brennendes Thema sind die verheerenden Auswirkungen der Erdölförderung in Amazonien, durch die Regenwaldgebiete unwiederbringlich zerstört und indigene Völker ihrer Lebensgrundlage
beraubt werden. Das Klima-Bündnis unterstützt deshalb einen Dialogprozess zwischen den indigenen Völkern, den Regierungen und dem privaten Sektor, der zu einem wirksameren Schutz der Gebiete der indianischen Gemeinschaften führen soll. Die Landeshauptstadt unterhält seit Jahren eine Partnerschaft mit den Ashaninkas in Peru. Zuhause zielen die Klimaschutzmaßnahmen auf die Verringerung des Verbrauchs an Erdöl und anderen fossilen Brennstoffen ab, denn schließlich sind es vor allem die Industrieländer, die das Öl verfahren und verheizen.
Gesundheits- und Umweltschutzreferent Joachim Lorenz sieht in der "Bozen-Erklärung" eine Unterstützung der vom Stadtrat verfolgten Klimaschutzpolitik, die insbesondere durch Münchens erweitertes Klimaschutzprogramm von 1999 gestärkt wird.
Dieser Text stellt keine Meinungsäußerung des VCD dar, sondern ist ein Zitat aus der Münchner Rathaus-Umschau vom 25. Mai 2000. Bei der Stadt München sind ältere Ausgaben ab dem 20. Dezember 1999 als PDF-Dateien erhältlich. Die wichtigeren Meldungen archivieren auch die Haidhauser Nachrichten (wie bei der Stadt nicht ganz lückenlos, aber im HTML-Format und mit Suchfunktion).