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| Die Magistrale schafft europäische Zukunft |
(1.3.2000) Die Landeshauptstadt München ist Mitglied der Städteinitiative "Magistrale für Europa", deren Zielsetzung die schnellstmögliche Realisierung der Schienen-Hochgeschwindigkeitsstrecke "Paris - Strasbourg - Karlsruhe - Stuttgart - Ulm - Augsburg - München - Salzburg - Wien - Budapest" ist.
In der letzten Mitgliederversammlung am 16. Februar in Karlsruhe wurde die folgende Resolution einstimmig beschlossen:
Die Hochgeschwindigkeitsbahn von Paris über Strasbourg, Karlsruhe, Stuttgart, Ulm, Augsburg, München, Salzburg und Wien nach Budapest ist das Herzstück des zentraleuropäischen Schienennetzes. Die große Bedeutung der West-Ost-Trasse für Wachstum, Struktur und Integration wichtiger europäischer Kultur- und Wirtschaftsräume unterstreicht jetzt ein von der Europäischen Union gefördertes Gutachten renommierter internationaler Wissenschaftler. Die Experten unterstützen die Forderung der Initiative, die Magistrale unter Einsatz aller verfügbarer Kräfte möglichst schnell zu realisieren. Und die Partner in Frankreich und Österreich, die dafür schon in Vorleistung getreten sind, zeigen sich verärgert über die bisherige Unklarheit bei der Realisierung wichtiger Teilstrecken in der Bundesrepublik. Entscheidungen dazu sind bei der Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bahn AG am 1. März 2000 zu erwarten. Vor diesem Hintergrund wendet sich die "Magistrale für Europa" nachdrücklich mit ihren Forderungen an die Ansprechpartner auf unterschiedlichen Ebenen:
Die Europäische Union sollte nicht nur den Teil Paris - Strasbourg, sondern die gesamten 1 700 Kilometer der Magistrale in die "prioritären Projekte des Transeuropäischen Netzwerks (TEN)" aufnehmen und dafür sorgen, dass diese zügig und mit gleichem Standard gebaut werden.
Die Magistrale muss im neuen Bundesverkehrswegeplan 2002 auf ihrer gesamten Strecke und in der ersten Priorität bleiben.
Die Initiative erwartet die zügige Finanzierung und den Ausbau aller Teilstrecken der Magistrale bis 2010. Dazu muss die gesamte Magistrale in Deutschland in den nächsten Finanzierungsplan aufgenommen werden. Die Mitglieder hoffen darauf, dass das kürzliche Eintreten von Bundeskanzler Schröder für die Realisierung von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart - München mit Neu-Ulm 21 bis 2008 bei der Aufsichtsratssitzung der Bahn AG Erfolg hat. Ohne die Pulsader zwischen Stuttgart und München wäre die Erreichbarkeit des gesamten deutschen Südwestens bis hin in die Nordschweiz und nach Vorarlberg auf Dauer gefährdet und die Standortqualität vermindert.
Mit Nachdruck setzt sich die Initiative auch für eine schnellere und sichere Verbindung zwischen München und Salzburg mit Anschlüssen an die jeweiligen Flughäfen ein sowie für den Abschluss der Planungen und den Baubeginn des Teils Ulm - Augsburg und den Streckenausbau zwischen Augsburg und München.
Die "Magistrale für Europa" dankt den Ländern Bayern und Baden-Württemberg für deren Bereitschaft zur Vorfinanzierung von Neu- und Umbauten zwischen Stuttgart und München. Das gleiche Engagement erwarten die Mitglieder von den Ministerpräsidenten auch für die Strecke München - Salzburg und den Rheinübergang mit Appenenweierer Kurve und die Verbindung nach Karlsruhe.
Die Initiative und ihre französische Schwesterorganisation "Association TGV Est Européen" drängen auf die verkehrsgerechte Verbindung von TGV und ICE an der Rheinbrücke Strasbourg / Kehl. Die für die gesamte Magistrale unabdingbaren Projekte Rheinbrücke und die noch fehlenden Abschnitte zwischen Kehl und Karlsruhe müssen zeitgleich mit der Betriebsaufnahme des TGV-Est von Paris bis Beaudrecourt im Jahre 2006 fertig sein. Der Anschluss zwischen ICE und TGV ist auch von grundlegender Bedeutung für den TGV Rhin / Rhone. Ebenso erwarten die Partner unmittelbar nach der ersten Ausbaustufe des TGV-Est die zweite durch die Vogesen.
Auch nach dem Urteil der Gutachter übertrifft die Erschließungswirkung der Magistrale diejenigen der Konkurrenztrassen deutlich. Darüber hinaus sind die Wirtschaftlichkeits- und Standorteffekte durch die integrative Wirkung des grenzüberschreitenden Verkehrs weit höher als bisher angenommen. Allein schon dies sollte für die Deutsche Bahn AG Grund genug sein, ihre Blockadepolitik aufzugeben und stattdessen den Ausbau der Magistrale zügig voranzutreiben.
Insgesamt erwarten die Initiative "Magistrale für Europa" und die "Association TGV Est Européen" zum kürzestmöglichen Zeitpunkt eine schnelle und attraktive Bahnverbindung zwischen den Städten und Regionen entlang der Trasse des ehemaligen Orient-Expresses. Der Orient-Express war das Bindeglied zweier Welten. Die Magistrale schafft europäische Zukunft.
Dieser Text stellt keine Meinungsäußerung des VCD dar, sondern ist ein Zitat aus der Münchner Rathaus-Umschau vom 1. März 2000.
Bei der Stadt München sind ältere Ausgaben ab dem 20. Dezember 1999 als PDF-Dateien erhältlich. Die wichtigeren Meldungen archivieren auch die Haidhauser Nachrichten (wie bei der Stadt nicht ganz lückenlos, aber im HTML-Format und mit Suchfunktion).
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